Energieeffizienzklassen

Veröffentlicht am 20. Februar 2026 um 19:45

 

Die Energieeffizienzklassen A+ bis H zeigen, wie hoch der Energiebedarf eines Gebäudes im Verhältnis zur Nutzfläche und Nutzung ausfällt. Sie bieten eine einheitliche Grundlage, um den energetischen Zustand von Gebäuden zu bewerten und zu vergleichen.
Je besser die Klasse, desto niedriger sind in der Regel die laufenden Energiekosten und der CO₂-Ausstoß.

Grundlage ist der Energieausweis: Für Bedarfsausweise wird die Einstufung anhand des rechneten Endenergiebedarfs, für Verbrauchsausweise anhand des gemessenen Endenergieverbrauchs vorgenommen. Der Primärenergiekennwert wird zusätzlich ausgewiesen, beeinflusst die Klasse jedoch nicht.

Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die ein Gebäude jährlich für Heizung, Warmwasser, Lüftung und ggf. Kühlung benötigt, bezogen auf die Gebäudenutzfläche in kWh/m²a. Er umfasst auch Verluste in Erzeugung und Verteilung innerhalb des Gebäudes und wird am Gebäude- bzw. Grundstücksrand bilanziert. Dieser Wert ist ausschlaggebend für die Farbskala und die Effizienzklasse.
Der Primärenergiebedarf berücksichtigt darüber hinaus vorgelagerte Verluste durch Gewinnung, Umwandlung und Transport der eingesetzten Energieträger. Er ist für die Gesamtbilanz und gesetzliche Anforderungen wichtig, bestimmt aber nicht die Energieeffizienzklasse.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt Mindestanforderungen an die energetische Qualität von Neubauten vor. Der aktuelle Neubaustandard setzt den zulässigen Primärenergiebedarf deutlich unter den eines Referenzgebäudes  (55 Prozent des Referenzwerts). Zusätzlich gelten Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle(Transmissionswärmeverluste).
Die Effizienzklasse C kann für modernisierte Bestandsgebäude ein gutes Niveau darstellen, entspricht jedoch nicht automatisch dem heutigen Neubaustandard; Neubauten liegen je nach Ausführung häufig in den Klassen A+ bis B.

Welche Effizienzklasse ein Gebäude erreicht, hängt von vielen technischen Faktoren ab: Eine gut gedämmte Gebäudehülle (Dach, Außenwände, Kellerdecke), hochwertige Fenster, luftdichte Anschlüsse, eine effiziente Heiz- und Warmwassertechnik (z. B. Wärmepumpen oder Brennwertgeräte), eine bedarfsgerechte Lüftung sowie die Vermeidung energetischer Schwachstellen wie Wärmebrücken oder ungedämmte Leitungen verbessern das Ergebnis.

Erneuerbare Systeme wie Photovoltaik zur Stromerzeugung oder Solarthermie für Warmwasser können die Gesamtbilanz zusätzlich entlasten, insbesondere in Kombination mit effizienten Wärmebereitern.

Im Unterschied zu den Energieeffizienzklassen richtet sich der KfW-Effizienzhaus-Standard nach dem Primärenergiebedarf und stellt darüber hinaus Anforderungen an die Qualität der Gebäudehülle. Ein KfW-Effizienzhaus 40 benötigt beispielsweise nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eines gesetzlich definierten Referenzhauses und muss gleichzeitig die Grenzwerte für Transmissionswärmeverluste einhalten.
Daher kann ein Gebäude eine gute Energieeffizienzklasse aufweisen, ohne einen KfW-Standard zu erfüllen – und umgekehrt. Beide Systeme beleuchten unterschiedliche Aspekte der energetischen Performance und ergänzen sich in der Bewertung der Gesamtbilanz.